Liebe für Fortgeschrittene

Sexuelles Verlangen hat kein Ablaufdatum, weder bei Männern noch bei Frauen. Allerdings muss Sex im Alter wegen vieler biologischer und psychischer Veränderungen neu definiert werden, um ein glückliches Liebesleben zu führen.

Viele kennen es: Während Sex in jungen Jahren kein überlanges Diskussions-Thema war, kann er im Alter doch so manches Problem aufwerfen. Doch Sexualität ist ein Teil des Lebens, der uns gesund hält, wie auch Studien zeigen. Die veränderte Hormonproduktion ist einer der biologischen Gründe, die Männer und Frauen gleichermaßen betrifft, beide Geschlechter jedoch auf unterschiedliche Weise. Das führt dazu, dass auch die Psyche sich verändert, wenn Erwartungshaltungen überzogen sind, die Paarkommunikation nicht gut funktioniert oder gar Schuldzuweisungen oder -gefühle auftreten. 

Sprechen oder leiden?

Wolfgang Hofer
Psychotherapeut, Lehrbeauftragter an der 
Donau-Universität Krems

Frauen sind meist gut informiert und mit ihrem Körper vertraut. Meist fällt es ihnen auch leichter, über Probleme zu sprechen. Kommen Männer in die Jahre, reden sie nicht gerne darüber und leiden oft im Stillen. Doch hormonelle Veränderungen ergeben sich für beide Geschlechter bereits ab dem 40. Lebensjahr. Bei Frauen wird das Gewebe der kleinen Schamlippen dünner. Das kann zu einer chronischen Reizung und Trockenheit der Scheide führen. Es besteht eine größere Wahrscheinlichkeit von Scheidenausfluss und Harnwegsinfekten. Auch Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke sowie Brüste werden kleiner, weil die verminderte Östrogenproduktion zu einer Abnahme des Binde­gewebes führt. All diese Veränderungen tun aber der sexuellen Lust keinen Abbruch. Im Gegenteil, manche Frauen genießen erst nach den Wechseljahren den Sex, da die Frage nach Verhütung wegfällt. 

WEITERLESEN im ePaper!


INTERVIEW

 mit Univ.-Prof. Dr. Peter Riedl,
Facharzt und Achtsamkeitstrainer, www.peterriedl.at

 

„Zärtlichkeiten und einander im Arm zu halten, sind Möglichkeiten einer fortgeschrittenen Intimität“

Wie kann die Sexualität durch Achtsamkeit besser gelingen?   

Achtsamkeit beinhaltet die Überlegung, was jeder von uns unter Sexualität versteht. Wir dürfen uns dabei nicht an der jugendlichen Vorstellung orientieren, denn bei jungen Menschen ist Sexualität auch enger mit Fortpflanzung verbunden als bei Älteren.

Was bedeutet dies für ältere Menschen? 

Dass wir uns im Alter bewusster aufeinander einlassen können und auch über Sexualität noch einiges zu lernen haben. Sexualität im Alter unterscheidet sich vom Sex, den man in der Jugend hatte. Der fortgeschrittene Sex ist weniger zielgerichtet und kann durch einen langsamen Zugang aufeinander gut genährt werden. 

WEITERLESEN im ePaper!


Text: Doris Simhofer ⎪ Fotos: iStock_ Halfpoint; www.katinafotografie.at; MARINA PROBST-EIFFE

 

Hier NEWSLETTER bestellen

〰️

Hier NEWSLETTER bestellen 〰️

Zurück
Zurück

Der Hammer im Kopf

Weiter
Weiter

Ein echter Volltreffer