An der NMS Böheimkirchen führt das Projekt „BoWidL – BodenWissen durch Lernen“ die Schülerinnen und Schüler regelmäßig auf ein Feld, das sie selbst bewirtschaften und wissenschaftlich untersuchen.

Dorian, Sebastian und Björn kümmern sich gemeinsam mit Pädagogin Carmen Zuzzi (v.l.) im Zuge ihres Projektes „BoWidL“ um das Feld in der Nähe der NMS Böheimkirchen.

Am frühen Nachmittag machen sich die Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule Böheimkirchen auf den Weg. Ihr Ziel: ein rund 100 Quadratmeter großes Feld, zehn Minuten entfernt von der Schule. Jeden Dienstagnachmittag findet ihr Unterricht draußen statt. Denn im Zuge des Schwerpunktes „Naturwissenschaften“ bepflanzen die Drittklässler die vier Felder und untersuchen den Boden. Die letzten Feld-Nachmittage sind wortwörtlich ins Wasser gefallen. Auf den Beeten hat sich daher in der Zwischenzeit viel getan: Die Erdbeeren sind reif und die Kinder stürmen zu den Früchten und essen sie. Und auch das Unkraut ist kräftig gewachsen. Pädagogin Carmen Zuzzi zeigt den Kindern, wo Bohnen-, Tomaten- oder Karottenpflanzen sprießen. Danach teilt sich die Truppe auf: Die Mädchen gehen in den Ort Kräuter kaufen, die Burschen befreien die Beete vom Unkraut. Paul, Michael, Björn, Sebastian und Dorian sitzen auf dem schmalen Weg zwischen den Beeten. Paul schnappt sich ein Radieschen und beißt rein. Lecker, knackig und frisch schmeckt es, lautet sein Fazit. Die Burschen sind sich einig, warum sie sich für den Schwerpunkt entschieden haben: Er hat etwas mit Essen zu tun. Und es mache bei Weitem mehr Spaß, als in der Schule zu sitzen.

Boden im Fokus

„BoWidL – BodenWissen durch Lernen“ ist der Name des Projektes, das im Oktober vergangenen Jahres Einzug in der Neuen Mittelschule gehalten hat. Die Idee dafür entstand durch einen Zufall: Angelika Hromatka, Mutter zweier Schülerinnen und tätig an der BOKU im Bereich Bodenforschung, brach sich vor eineinhalb Jahren ein Bein. Im Krankenstand recherchierte sie viel zum Thema Garten und stieß dabei auf Marlene Kliment. Die Böheimkirchnerin pachtete gemeinsam mit ihrem Mann vor einigen Jahren mehrere Felder und vermietet seither die Beete. Gleichzeitig sprach Hromatka die Lehrerin ihrer Tochter an – Carmen Zuzzi. Die junge Pädagogin war sofort begeistert von der Idee, ein Projekt rund um den Boden einzureichen. Dabei sollen nicht nur Theorie und Versuche rund um den Boden im Mittelpunkt stehen, sondern auch das Gärtnern. Zuzzi beschloss, mit ihren Schülerinnen und Schülern die Vier-Felder-Wirtschaft auszuprobieren. Nachdem sie rund um die Schule nach einem Feld suchte und nicht fündig wurde, vernetzte sich Angelika Hromatka mit Marlene Kliment – und das Feld für „BoWidL“ war gefunden. Die Pädagogin präsentierte in der Schule den Schwerpunkt. Mit Erfolg: 41 Schülerinnen und Schüler meldeten sich an. Sie werden in drei Gruppen geteilt. Im Oktober vergangenen Jahres begann die Pädagogin dann mit den Kindern, die Felder anzulegen. Gemeinsam mit der Expertin der BOKU richteten die Kinder Versuchsstationen ein, maßen den Regen und die Temperatur des Bodens.

Angelika Hromatka, Initiatorin „BoWidL – BodenWissen durch Lernen“

 

„Es geht darum, Natur zu erleben und zu fühlen.“


Text: Daniela Rittmannsberger | Fotos: Daniela Führer
Mehr zum Thema „Ein Tag am Feld” erfahren Sie in GESUND & LEBEN 07+08/22.

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